Ein deutscher Energieversorger erzeugt in Wiesbaden Strom und Fernwärme aus Altholz – im Sommer stromgeführt, im Winter wärmegeführt und mit mehrstufiger Rauchgasreinigung.
Feuerungswärmeleistung
Dampfleistung
elektrische Leistung
Herausforderung
Unterschiedlicher Bedarf im Sommer und Winter.
Ein deutscher Energieversorger betreibt in Wiesbaden ein Biomasse-Heizkraftwerk, das Strom und Fernwärme aus Altholz erzeugt. Die Anforderungen an die Energieversorgung verändern sich mit den Jahreszeiten: Während im Sommer weniger Wärme benötigt wird, steigt im Winter der Bedarf an Fernwärme deutlich an.
Die Anlage musste deshalb zwei Ziele miteinander verbinden: eine möglichst effiziente Stromerzeugung und eine zuverlässige Wärmeversorgung. Gleichzeitig sollten die gesetzlich geforderten Emissionsgrenzwerte sicher eingehalten werden – auch bei der Verbrennung von unterschiedlich belastetem Altholz.

Lösung
Eine Anlage, die sich dem Energiebedarf anpasst.
Kablitz realisierte ein Biomasse-Heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung. Der erzeugte Dampf wird je nach Bedarf für die Stromerzeugung oder zur Bereitstellung von Fernwärme genutzt.
Im Sommer kann die Anlage stromgeführt betrieben werden und damit die elektrische Leistung maximieren. Im Winter wird sie wärmegeführt betrieben, um das Fernwärmenetz zuverlässig mit Energie zu versorgen. So wird aus einem wechselnden Energiebedarf eine Stärke der Anlage.
Effizienz trifft auf saubere Verbrennung
Hohe Leistung – niedrige Emissionen.
Da bei der Verbrennung von Altholz unterschiedliche Schadstoffe auftreten können, wurde die Anlage mit einer umfangreichen Rauchgasreinigung ausgestattet. Eine mehrstufige SNCR-Anlage, ein Verdampfungskühler und eine Trockensorption mit Aktivkohle und Herdofenkoks sorgen gemeinsam dafür, dass die geforderten Emissionswerte sicher eingehalten werden.
Dabei wird die Verbrennung kontinuierlich überwacht und geregelt, um einen stabilen und effizienten Betrieb zu gewährleisten.
Für schwierige Brennstoffe gebaut
Robust, wartungsfreundlich und auf lange Lebensdauer ausgelegt.
Der eingesetzte Brennstoff stellt hohe Anforderungen an die Feuerung und die nachgeschalteten Wärmetauscher. Deshalb wurde der Dampferzeuger gezielt so konstruiert, dass Korrosions- und Erosionsrisiken minimiert werden. Sollte dennoch ein Austausch von Heizflächen erforderlich werden, ermöglicht die Konstruktion einen schnellen und unkomplizierten Zugang.
Das bedeutet für den Betreiber: hohe Verfügbarkeit und weniger unnötige Stillstandszeiten.
Ergebnis
Eine Energiezentrale, die mit dem Bedarf mitgeht.
Das Biomasse-Heizkraftwerk verbindet Stromerzeugung und Fernwärmeversorgung in einer flexiblen Anlage.
- Flexible BetriebsweiseSommer stromgeführt, Winter wärmegeführt – je nachdem, was gerade gebraucht wird.
- 10 MW elektrische LeistungDie Anlage erzeugt zuverlässig Strom aus Altholz.
- 24 MW ProzesswärmeZusätzliche Wärme kann für die Energieversorgung genutzt werden.
- Zuverlässige FernwärmeIm Winter wird das kundeneigene Fernwärmenetz bedarfsgerecht mit Wärme versorgt.
- Sichere EmissionswerteMehrstufige Rauchgasreinigung sorgt für eine zuverlässige Einhaltung der geforderten Grenzwerte.
- Für anspruchsvolle Brennstoffe ausgelegtDie Konstruktion berücksichtigt die besonderen Anforderungen von Altholz und reduziert Korrosions- und Erosionsrisiken.
Die Technik.
Im Detail.
Wiesbaden, Deutschland
- Feuerungswärmeleistung
- 38,4 MW
- Dampfleistung
- 49 t/h
- elektrische Leistung
- 10 MW
- Prozesswärmeleistung
- 24 MW
- Dampftemperatur
- 425 °C
- Dampfdruck
- 42 bar
- Brennstoffdurchsatz
- ca. 100.000 t/Jahr
- Heizwertbandbreite
- 2,7–3,8 kWh/kg
- eingesetzte Brennstoffe
- Altholz A I–A IV
Einblicke.
Aus jeder Perspektive.
Ähnliches Projekt besprechen

Nächstes Projekt / 2010
