Für einen großen deutschen Energieversorger erzeugt ein flexibles Biomasse-Heizkraftwerk Strom und Prozessdampf – unter der Woche vor allem Wärme für die benachbarte Kartoffelveredelung, am Wochenende mehr Strom.
Feuerungswärmeleistung
Dampfleistung
elektrische Leistung
Herausforderung
Unterschiedlicher Wärmebedarf – eine Anlage, die flexibel reagieren muss.
Ein großer deutscher Energieversorger suchte nach einer Lösung, um Strom und Wärme wirtschaftlich aus Biomasse zu erzeugen und gleichzeitig einen wechselnden Wärmebedarf zuverlässig abzudecken.
Das Heizkraftwerk versorgt eine benachbarte Kartoffelveredelungsfabrik mit Prozessdampf. Während der Woche wird dort viel Wärme benötigt, am Wochenende sinkt der Bedarf deutlich.
Die Anlage sollte deshalb auch bei stark schwankender Wärmeabnahme wirtschaftlich arbeiten. Statt überschüssige Energie ungenutzt zu lassen, sollte die verfügbare Leistung möglichst sinnvoll für die Stromerzeugung genutzt werden. Gleichzeitig musste die Feuerung flexibel genug sein, um unterschiedliche Biomasse-Brennstoffe zuverlässig zu verarbeiten.

Lösung
Wärme und Strom genau dann erzeugen, wenn sie gebraucht werden.
Kablitz realisierte ein Biomasse-Heizkraftwerk mit Vertikalzugkessel und einer flexiblen Feuerung für Waldrestholz und Landschaftspflegematerial.
Ein Dampf-Luftvorwärmer ermöglicht eine schnelle und präzise Regelung der Feuerung. Zusammen mit dem Economiser verbessert er die Energieausnutzung und unterstützt einen effizienten Anlagenbetrieb. Die Kombination aus flexibler Feuerung, Dampfkessel und Turbine ermöglicht es, die Energieerzeugung an den jeweiligen Bedarf anzupassen.
Eine Anlage, zwei Betriebsstrategien
Unter der Woche Wärme. Am Wochenende mehr Strom.
Während der Woche liefert das Kraftwerk Prozessdampf an die benachbarte Kartoffelveredelung. Dabei werden rund 5 MW elektrische Leistung erzeugt.
Am Wochenende, wenn weniger oder keine Prozesswärme benötigt wird, steht mehr Dampf für die Stromerzeugung zur Verfügung. Die elektrische Leistung kann dadurch auf rund 7,2 MW steigen. Die Anlage nutzt ihre Kapazität damit auch dann sinnvoll, wenn sich der Wärmebedarf verändert.
Flexibilität beginnt beim Brennstoff
Unterschiedliche Brennstoffe. Unterschiedliche Bedingungen. Eine zuverlässige Feuerung.
Die Feuerung ist für Waldrestholz und Landschaftspflegematerial ausgelegt und kann damit unterschiedliche Biomassequalitäten verarbeiten. So bleibt der Betreiber bei der Brennstoffauswahl flexibel und kann vorhandene Biomasse-Ressourcen wirtschaftlich nutzen.
Ergebnis
Eine Energieanlage, die mit dem Bedarf mitgeht.
Das Kraft-Wärme-Kopplungskonzept verbindet zuverlässige Prozesswärme mit einer flexiblen Stromerzeugung.
- Flexible EnergieerzeugungDie Anlage passt ihre Betriebsweise an den aktuellen Wärmebedarf an.
- Bis zu 7,2 MW StromSinkt der Wärmebedarf, kann mehr Energie für die Stromerzeugung genutzt werden.
- Prozesswärme für die ProduktionUnter der Woche wird die benachbarte Kartoffelveredelung zuverlässig mit günstigem Prozessdampf versorgt.
- Flexible BrennstoffnutzungWaldrestholz und Landschaftspflegematerial werden als erneuerbare Energieträger genutzt.
- Hohe WirtschaftlichkeitDie verfügbare Energie wird auch bei wechselndem Wärmebedarf möglichst effizient genutzt.
Die Technik.
Im Detail.
Goch, Deutschland
- Feuerungswärmeleistung
- 28 MW
- Dampfleistung
- 30 t/h
- elektrische Leistung
- 5–7,2 MW
- max. Prozesswärmeleistung
- 27 t/h
- Dampftemperatur
- 480 °C
- Dampfdruck
- 65 bar
- Brennstoffdurchsatz
- ca. 100.000 t/Jahr
- Heizwertbandbreite
- 1,5–3,2 kWh/kg
- eingesetzte Brennstoffe
- Waldrestholz · Landschaftspflegematerial
Einblicke.
Aus jeder Perspektive.
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